Blaulicht und Martinshorn


Warum verwendet die Feuerwehr das Blaulicht und Martinshorn?

Die Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste fahren nie zum Spaß mit Blaulicht und Horn!
Wenn Sie fahren, stehen das Leben von Menschen, Tiere oder große Sachwerte auf dem Spiel!

Sonderrechte warum?
Immer wieder hört man das „Tatütata“ von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei. Das bedeutet dann, dass hier Sonderrechte in Anspruch genommen werden.

Doch was heißt das genau?
Feuerwehr und Polizei dürfen nach der Straßenverkehrsordnung  § 35 StVO: bei Gefahren für Leib, Leben oder bedeutenden Sachwerten im Einzelfall die geltenden Verkehrsregeln überschreiten, also beispielsweise bei Rot über die Ampel fahren oder innerorts schneller als mit den zulässigen 50 km/h unterwegs sein.

 

Warum verwendet die Feuerwehr das Blaulicht und Martinshorn auch Nachts?

„Es ist doch zu diesem Zeitpunkt kaum einer auf der Straße, also was soll dann der Krach, wir möchten unsere Ruhe haben und schlafen?!“

Die Feuerwehr Talheim versteht das, dass der eine oder andere Anwohner sich darüber ärgert wenn wir in der Nacht mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz fahren und man dadurch geweckt wird. Das machen wir aber auch nicht willkürlich, sondern der Fahrer des Einsatzfahrzeugs ist gesetzlich dazu verpflichtet. Denn nur bei Blaulicht ohne Martinshorn können wir kein Wegerecht durchsetzen, bzw. tritt es nicht in Kraft. Und wenn hier etwas passiert haftet der Fahrer des Einsatzfahrzeuges.

 

Wir bitten um Ihr Verständnis!

Zur Erinnerung, vor zwanzig Jahren wurde die Einsatzkräfte nachts per Sirenen Alarm zum Magazin gerufen, da stand „das ganze Ort“ im Bett, jeder dachte „wo brennts“ oder „die armen Feuerwehr Leute“, jeder schaute aus dem Fenster wo die Feuerwehr hinfuhr.

Mit der Umstellung auf den stillen Alarm werden nachts nur noch die betreffenden Feuerwehrangehörigen aus den Betten gerissen. Während diese zum Einsatz fahren, können Sie sich umdrehen und einfach weiterschlafen. Die Feuerwehrangehörigen kommen vielleicht in den nächsten Stunden nicht vom Einsatz zurück, müssen aber trotzdem genauso wie Sie am nächsten morgen arbeiten gehen.

Daher bitten Wir um ihr Verständnis wenn wir nachts krach machen, dies dient nur zur eigenen Sicherheit. Denken sie mal drüber nach. Wenn Ihnen mal etwas nachts passiert? Ist es Ihnen doch egal ob die Feuerwehr Nachts mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen fährt, in diesem Moment hoffen Sie doch dass die Feuerwehr so schnell wie möglich bei Ihnen ist und Ihnen hilft.

 

Die Fahrt vom Feuerwehrkammeraden bei Alarm ins Feuerwehrhaus

Das Grundproblem kennen alle ehrenamtlichen Angehörigen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS): Nach einem Alarm soll möglichst schnell mit dem privaten Fahrzeug das Feuerwehrhaus bzw. die Unterkunft erreicht werden. Doch für andere Verkehrsteilnehmer ist das private Fahrzeug nicht als eilbedürftig erkennbar. Als „Hilfsmittel“ nutzen deshalb viele Einsatzkräfte einen magnetisch auf dem Autodach haftenden, unbeleuchteten Dachaufsetzer mit einem entsprechenden Hinweistext. Doch die Fahrweise von Einsatzkräften mit ihren Privat-Pkw im Einsatzfall ist auch immer wieder Thema für teils hitzige Diskussionen. Beschwerden von anderen Verkehrsteilnehmern, die sich durch die Fahrweise durch Privat-Pkw im Einsatz gefährdet oder genötigt sehen, gibt es immer wieder. Auch Unfälle – mitunter mit tödlichem Ausgang – sind keine Seltenheit. Ohne eine Änderung durch den Bund in der STVO, dass gerufene Einsatzkräfte ein Sonderlicht benutzten dürfen, wird sich hier in nächster Zeit leider nichts ändern.

Daher die Bitte, sollte egal wann und in welcher Ortschaft ein Fahrzeug mit Warnblinklicht , Hupen oder magnetischem Schild an Ihnen vorbei wollen, unterstützen Sie es wenn es die Verkehrssituation zulässt und lassen es vorbei. Der Hilferufende danke es Ihnen.

 

Wie Sie sich richtig im Straßenverkehr verhalten!

Hier einige Tipps, wenn Ihnen Einsatzfahrzeuge begegnen:

  • Wenn die Fahrbahn nur eine Fahrspur hat, so weichen alle Fahrzeuge jeweils an den rechten Fahrbandrand aus, so dass für das Einsatzfahrzeug eine Spur in der Fahrbahnmitte entsteht.
  • Fährt ein Einsatzfahrzeug auf gleicher Höhe, Geschwindigkeit verringern und Einsatzfahrzeug ggf. einscheren lassen. Bitte kündigen Sie alle Fahr- und Abbiegemanöver mit Blinker an, so dass unsere Fahrer über Ihre Absicht informiert sind.
  • Sollte ein Ausweichen nicht möglich sein, z.B. aufgrund enger Straßenverhältnisse: Bitte bremsen Sie nicht unvermittelt und blockieren so die Fahrbahn. Fahren Sie lieber zügig weiter und lassen das Einsatzfahrzeug an geeigneter Stelle überholen.
  • Auf Fahrbahnen mit zwei oder mehr Fahrstreifen je Richtung fahren die linken Fahrzeuge nach links und alle weiteren Fahrzeuge nach rechts und bilden so eine Rettungsgasse.
  • Vor einer roten Ampel nach rechts ausweichen, ggf. auch über die Haltelinie fahren, wenn es der Verkehr zulässt. Dies ermöglicht nachfolgenden Fahrzeugen das Rangieren und bietet dem Einsatzfahrzeug so freie Fahrt.
  • Bei entgegenkommenden Einsatzfahrzeugen nach rechts ausweichen, Tempo verringern und ggf. anhalten.
  • Auch Fußgänger und Radfahrer müssen Einsatzfahrzeuge passieren lassen und dabei auf eigene Vorrechte verzichten.

 

Eine kompakte bebilderte Anleitung hat der ADAC in Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften erstellt. Diese PDF können Sie hier herunterladen.