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Eingangstor sorgt für Wirbel

Feuerwehrhaus-Neubau löst erneut Diskussionen im Gemeinderat ausVon Kirsten Weimar

Talheim
Die Vergabe von Aufträgen und Nachträgen für den Neubau des Talheimer Feuerwehrhauses löste in der Sitzung des Talheimer Gemeinderates erneut lange und heftige Diskussionen aus und sorgte teilweise für Unmut.
Einstimmig akzeptiert hat das Gremium die Lieferung und technische Ausstattung des Funktisches für rund 17 000 Euro. Ebenso glatt gingen das Nachtragsangebot für Mauerscheiben von knapp 1 000 Euro und die Lieferung von drei Fahnenmasten für 2 700 Euro durch.
Aber vor allem die Arbeiten rund um den nachträglich beschlossenen Einbau einer zehn Meter langen Toranlage in der Zufahrt von der Straße zur Hoffläche sorgten für Unmut. Das Fundament für das riesige Tor war mit 2 700 Euro nachträglich zu genehmigen. „Als ich diese Woche vorbeigefahren bin, war das Fundament bereits gemacht. Warum sitzen wir dann hier überhaupt noch? Der demokratische Weg ist doch, dass man vorher darüber entscheidet“, monierte Sylvia Hofmann-Meile (Bürgerinteressen Talheim BIT). Ihr Ratskollege Joachim Dürr (BIT) kritisierte: „Das hätten wir bereits in der letzten Sitzung fertig diskutieren können. Ich fühle mich überfahren.“

Baufortschritt
Architekt Michael Epple nannte den „raschen Baufortschritt“ als Grund für die bereits getroffene Entscheidung. Mit frei Gegenstimmen der BIT-Räte wurde sowohl dem Nachtrag für das Fundament sowie der Lieferung und Montage der Toranlage für 15 000 Euro zugestimmt.
Bürgermeister Rainer Gräßle stellte im Verlauf der langen Diskussion fest, dass „die totale Transparenz, die wir momentan hier praktizieren, bei künftigen Bauvorhaben so nicht mehr funktioniert. Wir können hier im Rat nicht über jedes kleinste Detail sprechen“.
Er schlug mit Blick auf anstehende Großprojekte wie die Schlossbergschule vor, über einen beschlussfassenden Ausschuss nachzudenken. Dieser könne dann über kleinere Belange und Details entscheiden. Eva Volz (SPD) begrüßte dieses Vorgehen. Lutz Krauß (BIT) regte darüber hinaus an, in einer Klausurtagung über diese Probleme eingehend zu diskutieren.

Geländer
Auch bei einem weiteren Nachtrag von knapp 2 000 Euro (Rosetten für die Pfosten eines nachträglich geplanten Geländers im Dachbereich) herrschte keine Einigkeit. Dr. Michael Gantner (CDU) rügte die federführenden Architekten, die trotz Einladung nicht zur Sitzung kamen: „Ich werde zustimmen. Aber langsam zweifle ich auch warum hier schon wieder 20 Zentimeter fehlen und ein Geländer angebracht werden muss. So etwas müsste man doch schon vorher wissen.“ Mit der Gegenstimme von Joachim Dürr wurde auch dieser Nachtrag schließlich genehmigt. Das Eingangstor.
Über den momentanen Kostenstand des auf 3,85 Millionen geplanten Neubaus will das Stuttgarter Architektenbüro Otto/Hüfftlein-Otto in der nächsten Sitzung berichten.

Artikel der Heilbronner Stimme vom 13.11.2014