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Hauptübung Bericht und Bilder

Sirene heult am Samstagmorgen über dem Ort – Großübung der Feuerwehr in der GrundschuleVon Sabine Friedrich

Talheim
Die Sirene auf dem Schafhaus heult am Samstag um 10 Uhr über Talheim. Zeitgleich schickt die Integrierte Leitstelle in Heilbronn die Nachricht auf die Meldeempfänger der Feuerwehr: „Feuer. Übung mit Rauch. Grundschule Talheim.“ Das ist das Startsignal für Feuerwehmann Kai Hoffmann. Er setzt die Nebelmaschine vor dem Sekretariat in Betrieb. Der Fluchtweg ist abgeschnitten. Jetzt treten die Statisten in Aktion: Die Schüler in den Klassenzimmern im Obergeschoss schreien aus den Fenstern um Hilfe. Sie zu retten und den brennenden Boden im Sekretariat zu löschen, sind die Aufgaben der Großübung.

Lage
Drei Minuten später trifft das Talheimer Tanklöschfahrzeug ein. Im Minutentakt ertönen Martinshörner weiterer Einsatzwagen aus dem Ort, aus Lauffen und aus Heilbronn. Unter den Augen von rund 250 Schaulustigen erkundet der Gruppenführer des TLF 16/25 erst die Lage, während der Einsatztrupp mit Atemschutz bereit steht. Bevor dieser ins Gebäude vorrückt, muss die Schlauchleitung zum Hydranten liegen. „Ohne die können wir innerorts nicht leben“, erklärt Vize-Kommandant Markus Schüchtle, der das Geschehen moderiert, wie wichtig die Schozach als Wasserreservoir im Ernstfall ist.
Die Besatzung des Löschfahrzeugs (LF) 8/6 holt die Steck- und Schiebeleitern vom Dach des Fahrzeugs, um an der Südseite, wo keine Drehleiter eingesetzt werden kann, die Kinder aus dem Obergeschoss zu retten. Drei Mann sind pro Leiter notwendig. Einer stabilisiert diese, der zweite begleitet den angeleinten Schüler die Stufen hinunter, der dritte führt das Kind weg. Die „Verletzten“ werden den sechs Männern und Frauen der DRK-Ortsgruppe Lauffen übergeben. Ein Schüler, der aus dem Klassenzimmer auf der Nordseite über die Lauffener Drehleiter in Sicherheit gebracht wird, mimt einen Beinbruch. Die Sanitäter schienen den Fuß, messen die Vitalfunktionen, halten den Jungen mit einer Rettungsdecke war. „Sonst geht es Dir gut“, fragt ein DRK-Helfer Mariele. Die nickt mit ihrem verbundenen Kopf.
„Die 1a wäre gerettet. Wo darf ich mich melden“, fragt Rektorin Christa Seliger den Vize-Kommandanten. Der schickt sie zum Einsatzleitwagen aus Lauffen am Schulhof-Eingang. Auf der Flipchart wird notiert, welche Klassen im Freien sind.

Rauchfrei
Um 10:37 Uhr meldet Talheims Kommandant Gerhard Schmidt: „Das Schulhaus ist rauchfrei.“ Mit dem Verlauf der Übung ist er zufrieden. Die Feuerwehrleute sind die Stars der Kinder, die Autogramme sammeln und sich dann mit Butterbrezeln und Getränken, die die Gemeinde spendiert, für den zusätzlichen, dafür aufregenden Schultag entschädigen lassen.
„Da braucht man viel Personal“, weist Schmidt darauf hin, dass im Ernstfall eine Schule ein problematischer Einsatzort ist: viele Kinder mit unberechenbaren Reaktionen – „da sind die Lehrer gefordert, die Klassen zu beruhigen“ – und herbei eilende Angehörige voller Sorge, die die Rettungskräfte nicht behindern dürfen und betreut werden müssen.

Einsatzkräfte
Am 6. April 2003 war es der Ernstfall. Da brannte nachts das Talheimer Hauptschulgebäude ab. A Samstag rückte nun das Aufgebot von 28 Feuerwehrleuten aus dem Ort, 16 aus Lauffen und drei von der Berufsfeuerwehr Heilbronn zu einer Übung aus. Unter den sieben Einsatzfahrzeugen waren die Drehleiter aus Lauffen und der Abrollbehälter Atemschutz, ein Container, aus Heilbronn. Eine Brandmeldeanlage gibt es im Grundschulgebäude nicht. Wenn es saniert oder neu gebaut wird, muss der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden.

Artikel der Heilbronner Stimme vom 20.10.2014