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Neue Epoche

Für die Feuerwehr beginnt eine neue Epoche400 Gäste feiern die Einweihung des Hauses – Minister Gall lobt Blick über den Tellerrand

Von Barbara Barth

Talheim
Mit der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses am Freitagabend hat für Kommandant Gerhard Schmidt „ein neues Glück“ begonnen, für Bürgermeister Rainer Gräßle ist es ein „überwältigender Augenblick“ und für Kreisbrandmeister Uwe Vogel fängt „in Talheim eine neue Epoche“ an. Rund 400 Gäste feiern in der Fahrzeughalle an der Horkheimer Straße die Vollendung des architektonischen Schmuckstücks.
Eineinhalb Jahre wurde nach den Plänen der Stuttgarter Architekten Maximilian Otto, Ursula Hüfftlein-Otto und Sven Wilhelm gebaut, aber schon seit 2007 stand fest, dass das alte, viel zu kleine Haus an der Sonnengasse ausgedient hat. Kommandant Schmidt beschreibt einen Alarm aus den 90er Jahren, als die Feuerwehrmänner auf Traktoren und Zweirädern zum Magazin kamen und sich durch die 30er Zone vorbei an parkenden Anwohnerautos und Kindergartenkindern zum Einsatzort quälten. Der Kreisbrandmeister nannte das Jahre 2017 als spätesten Termin für einen Umzug in ein neues Gebäude. „Ich melde Vollzug, zweieinhalb Jahre vor Ihrer Zeitrechnung“, sagt Bürgermeister Gräßle jetzt stolz an die Adresse Uwe Vogels.
Innenminister Reinhold Gall lobt den „Zukunftsblick über den Tellerrand“ der Gemeinde, die einen Stellplatz und ein paar Spinde mehr gebaut habe, als momentan benötigt werden. „Das bisschen Mehr ist kein Luxus, sondern eine Wertschätzung für die Feuerwehrleute“, findet der Minister und Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn. Die Entscheidung des Gemeinderats und der Verwaltung sei „klug und mutig“ gewesen. „Das ist gut investiertes Geld.“ Er schickt noch einen „Dank an die Römer“. Ihr Dorf, das am anderen möglichen Standort „Steinäcker“ gefunden wurde, habe die Entscheidung für die „Straßenäcker“ beschleunigt. Bürgermeister Rainer Gräßle nennt das archäologische Kulturdenkmal „die römische Stecknadel im Talheimer Heuhaufen“.
„So ein tolles Gebäude“, beglückwünscht Kreisbrandmeister Uwe Vogel die Verantwortlichen. „Ich würde den Hut ziehen, wenn ich einen hätte.“ Die Planung, die Abstimmung mit dem Landratsamt, die konsequente Begleitung der Talheimer Wehr hätten zu diesem Ergebnis geführt. „Alle haben alles richtig gemacht“, findet der oberste Feuerwehrmann im Landkreis. Als „robustes, bodenständiges Haus“ beschreibt Architekt Maximilian Otto den Neubau. „Was wir gezeichnet haben, ist Realität geworden.“
Der Festakt wird umrahmt vom Trompeten-Ensemble der Musikschule Lauffen und dem Comedy-Duo Frau Rosenblum und Fräulein Otterle. Der gesellige Teil des Abends bei Speis und Trank dauert noch lange.

Artikel der Heilbronner Stimme vom 11.05.2015