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Neues Feuerwehrhaus

Von Kirsten Weimar

Erstes Vergabepaket liegt 255 000 Euro über der Kostenberechnung – Jetzt geht es ans Streichen

Mit 3,8 Millionen Euro stellt das geplante Neue Feuerwehrhaus in Talheim schon einen schweren Brocken dar. Und die Kosten dürften weiter klettern. Denn allein das erste Vergabepaket liegt um 255 000 Euro über der Kostenberechnung vom April. Deshalb zeigte der Architekt ein Einsparpotenzial auf. Das summiert sich derzeit auf knapp 132 000 Euro.

Die Aufträge für Rohbau- und Erdarbeiten sowie Heizungs-, Sanitär- und Elektroarbeiten hat der Gemeinderat nun vergeben. Die Mehrkosten werden im Nachtragshaushalt und im Etat 2014 finanziert

Marktlage „Die Preissteigerung beobachten wir momentan bei allen Projekten, die wir betreuen. Die Tendenz geht zu sehr hohen Angebotspreisen. So ist die Marktlage momentan“, lieferte Architekt Maximilian Otto die Gründe für die Mehrkosten. Die Preise lägen 20 bis 40 Prozent über den „realistischen Berechnungen“ vom Frühjahr. Vor allem beim Rohbau und bei den Erdarbeiten sei vieles teurer geworden.

Joachim Dürr (FWV) und Otto Kurz (CDU) kritisierten die Kostensteigerung und wollten keine weiteren Überraschungen in dieser Hinsicht mehr erleben. Der Auftrag für die Rohbauarbeiten geht für rund 1,439 Millionen Euro an die Firma Karl Wildermuth aus Bietigheim-Bissingen. Die Erdbauarbeiten übernimmt die Brackenheimer Firma Amos für rund 23 520 Euro.

Kompliziertere Bodenverhältnisse als erwartet sowie ein deutliches Mehr bei der Verlegung der Grundleitungssysteme sind weitere Ursachen für die Verteuerung. Außerdem hätten sich die Materialpreise, etwa beim Beton, am Markt stark erhöht, so der Stuttgarter Architekt.

Bürgermeister Rainer Gräßle betonte, dass es angesichts der hohen, aber realistischen Marktpreise durchaus noch Einsparpotential gebe. „Wir haben mit dem Feuerwehrneubau eine Pflichtaufgabe zu erfüllen. Das ist ein Projekt für die nächsten beiden Generationen, und wir achten selbstverständlich auf die Kosten und suchen die wirtschaftlichste Lösung. Wir werden nun teilweise durch konkreten Verzicht versuchen, die entstandenen Mehrkosten einzusparen“, sagte er auf Nachfrage der Heilbronner Stimme. Die Kostenberechnung für den Neubau mit Platz für fünf Einsatzfahrzeuge lag ursprünglich einmal bei 3,824 Millionen Euro.

Architekt Otto hatte sich schon Gedanken gemacht, wo gekürzt werden könnte: Anstatt der dunklen Klinkerfassade würde eine hellere Variante etwa 50 000 Euro weniger kosten. Auch bei der Oberflächenbeschaffenheit des Betons, rauer oder glatter, könne Geld gespart werden. Bürgermeister Rainer Gräßle kann sich vorstellen, dass auf das Sonnensegel verzichtet wird. „Dies alles wird der Gemeinderat zu gegebener Zeit beschließen“, so der Bürgermeister weiter. Diese Vorschläge zusammengenommen würden allein schon ein Einsparpotential von knapp 132 000 Euro bedeuten.

Volle Auftragsbücher Gemeinderat Markus Schüchtle (CDU), der den Auftrag für die Heizungsarbeiten in Höhe von rund 62 700 Euro bekam, bestätigte die derzeitigen Entwicklungen am Markt. „Wir haben tatsächlich rund 30 Prozent Preissteigerungen. Das liegt nicht nur an den Teuerungen für die Materialien. Die Firmen sind bis oben hin voll mit Aufträgen.“

Artikel der Heilbronner Stimme vom 22.09.2013